Ist es nötig, eine Bauvoranfrage zu stellen?

Liegt das Grundstück in einem Bereich, für den es keinen Bebauungsplan gibt, sollten sich Interessenten unbedingt bei der zuständigen Baubehörde erkundigen, ob das geplante Projekt überhaupt zulässig ist.

Diese Bauvoranfrage wird schriftlich beim zuständigen Bauordnungsamt oder der Bauaufsichtsbehörde eingereicht. Zur Legitimation muss der Bauwillige lediglich ein Kaufinteresse, sprich eine Vollmacht des Grundstückseigentümers vorlegen.

Die Bearbeitung dauert in der Regel 4 bis 12 Wochen. Der dann zugestellte Bauvorbescheid ist, abhängig von den Bauordnungen der Bundesländer, meist 3 Jahre gültig. Seine rechtsbindende Wirkung variiert allerdings ebenfalls von Bundesland zu Bundesland.

Gut zu wissen: Ein Bauvorbescheid ist noch keine Baugenehmigung. Wird etwa später im Bauantrag ein stark abweichender Entwurf eingereicht, kann es passieren, dass das Projekt abgelehnt wird.

Die Anfrage sollte so konkret wie möglich sein. Etwa in der Art: Ist der Hausentwurf mit Außenmaßen von …, einer Grundfläche von ... und einer Firsthöhe von ... auf diesem Grundstück planungsrechtlich zulässig?

Der Bauwillige sollte vorab prüfen, welche Unterlagen für die Baubehörde zur Beantwortung seiner Fragen relevant sind. Gemeint sind Bauzeichnungen, Lagepläne oder Baubeschreibungen.

Für relativ wenig Geld erhält der Bauherr also relativ viel Planungssicherheit. Abhängig vom Umfang der Fragen und vom Bearbeitungsaufwand für die jeweilige Baubehörde sind bei einem Einfamilienhaus Gebühren zwischen 50 und 200 Euro fällig.

Kostengünstiger ist eine sogenannte formlose Bauvoranfrage, für die um die 15 Euro anfallen. Allerdings ist diese rechtlich unverbindlich.


Sie haben eine Frage, die noch nicht beantwortet wurde?
Frage stellen