Was ist ein Mangel?

› Es gibt im Wesentlichen vier Beurteilungskriterien, was ein Mangel ist – festgelegt in Paragraph 633 des BGB:

• Eine Arbeit am Bauwerk ist nicht richtig.

• Sie ist nicht funktionsfähig ausgeführt.

• Sie ist nicht vollständig zu Ende gebracht.

• Sie entspricht nicht den vertraglich vereinbarten Details.

Kurz: Ist-Zustand und Soll-Beschaffenheit weichen voneinander ab.Als Maßstab dient dabei immer, was vertraglich vereinbart war. 

Um das mal an einem Beispiel zu illustrieren: Nicht nur eine beschädigte, nicht funktionierende oder unsachgemäß eingebaute Dusche ist ein Mangel, sondern auch eine von den vertraglichen Vereinbarungen abweichende Duschtasse – selbst wenn sie einwandfrei verbaut wurde.

Im Übrigen beschränkt sich das BGB nicht auf Sachmängel, sondern schließt auch Rechtsmängel ein.

› Baumängel sind in der Rechtsprechung ein heikles, weil komplexes Thema. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen wesentlichen und unwesentlichen Mängeln. Beispiel:  Ein  undichtes Dach ist ein wesentlicher Mangel, ein Kratzer auf dem Parkett ein unwesentlicher. Die Abgrenzung ist unter Umständen schwierig. Zumal gern gepokert wird. Das tun nicht nur Firmen, auch Bauherren behaupten gelegentlich Mängel, um Zahlungen zurückzuhalten.

› Der Bauherr hat grundsätzlich Anspruch auf kostenlose Beseitigung aller Mängel. Egal, ob er sie während der Bauphase, bei der Hausabnahme oder erst nach der Abnahme angezeigt hat. Allerdings sollte er sich juristisch exakt verhalten, um dieses Recht nicht zu verlieren.

› Außerdem muss der Bauherr die Gewährleistungsfristen im Blick behalten: Der BGB-Vertrag sieht für das Recht auf Nachbesserung von Mängeln fünf Jahre vor – beginnend mit dem Tag der Abnahme. Für nicht fest eingebaute Einrichtungen wie Küchen beträgt die Gewährleistungsfrist zwei Jahre. Nach Ablauf dieser Fristen sind die Rechte auf Mängelbeseitigung verjährt.

 Bei einem Verbrauchervertrag lässt sich nach BGB die Gewährleistung nur durch Verhandlungen, ein Anerkenntnis des Bauunternehmens oder gerichtliche Maßnahmen hemmen. Die Verjährungsfrist verlängert sich jeweils um die Verhandlungsdauer. Telefonische Verhandlungen sind nachträglich schwer nachzuweisen, deshalb unbedingt eine schriftliche Bestätigung.

› Dem Auftragnehmer muss die Chance eingeräumt werden, den Mangel zu beseitigen. Bei diesem Nacherfüllungsanspruch kann das Bauunternehmen entscheiden, ob es den Mangel beseitigt oder die gesamte Leistung neu erbringt. Sprich: Wie es den Mangel behebt, bleibt ihm überlassen. Allerdings muss der Bauherr keine Provisorien akzeptieren.


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