Wie verbindlich sind mündliche Zusagen bei einem Bauprojekt?

In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit, deshalb dürfen die meisten Verträge auch mündlich geschlossen werden.

ABER: Verbraucherbauverträge zwischen Baupartnern müssen in Textform und speicherbar (in welcher Schriftform auch immer) abgefasst werden.

Die Krux an mündlichen Aufträgen ist, dass sich die beiden Vertragsparteien im Streitfall in aller Regel auf diametral gegensätzliche Vereinbarungen berufen. Und fast immer in Beweisnot geraten. Um dieses Dilemma von vornherein zu umgehen, sollte nicht nur der Bauvertrag, sondern auch jede nachträgliche Ergänzung oder jeder Zusatzauftrag schriftlich fixiert und von beiden Seiten unterschrieben werden.

Auch die Kündigung des Bauvertrages ist nur schriftlich möglich. Irgendwelche Wutreaktionen auf der Baustelle reichen dafür nicht aus.

Da, wie gesagt, auch mündliche Nebenerklärungen wirksam sein können, ist entscheidend, welche Regelungen im Vertrag stehen. Wenn er eine sogenannte Schriftformklausel enthält, sind tatsächlich allein der schriftliche Vertrag und schriftliche Nebenabreden gültig. Fehlt diese Schriftformklausel, ist die Rechtslage relativ klar. Dann sind auch mündliche Nebenabreden, sofern beweisbar, wirksam.


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